ADAC-Schock: Mitglieder kündigen massenhaft
Die Aussage eines Spitzenfunktionärs bringt Deutschlands größten Automobilclub in schwere Turbulenzen. Nachdem der ADAC-Verkehrspräsident höhere Benzin- und Dieselpreise befürwortet hat, schlagen die Wellen hoch. In sozialen Netzwerken formiert sich offener Protest, Mitglieder kündigen öffentlich ihre Mitgliedschaft. Der Vorwurf ist massiv: Der ADAC entferne sich immer weiter von seinen eigentlichen Aufgaben. Statt Interessenvertretung für Autofahrer dominiere politische Positionierung. Die Debatte trifft einen Nerv – und stellt die Zukunftsausrichtung des Clubs grundlegend infrage.
Das Wichtigste in Kürze
- Der ADAC-Verkehrspräsident spricht sich für höhere Spritpreise aus
- Ziel ist die Durchsetzung von Klimaschutzzielen über CO₂-Bepreisung
- Mitglieder fühlen sich verraten und kündigen massenhaft
- Rund 90 % der ADAC-Mitglieder fahren Verbrenner
- Der Club sieht sich missverstanden und relativiert die Aussagen
Warum gibt es eine Austrittswelle beim ADAC?
Weil der ADAC-Verkehrspräsident höhere Benzin- und Dieselpreise befürwortet hat. Viele Mitglieder sehen darin einen direkten Angriff auf ihre Interessen als Autofahrer und reagieren mit Kündigungen.
Präsident plädiert für höhere Spritpreise – der Auslöser der Wut
Auslöser der aktuellen Empörung ist ein Interview von Gerhard Hillebrand. Darin erklärte er, der ADAC halte die CO₂-Bepreisung für ein geeignetes Mittel zur Erreichung der Klimaziele. Höhere Kraftstoffpreise sollen Autofahrer dazu bewegen, auf alternative Antriebe umzusteigen. Diese Aussage wurde von vielen Mitgliedern als klare Abkehr von klassischen Autofahrerinteressen verstanden. Besonders brisant ist der Zeitpunkt, da viele Haushalte bereits unter hohen Mobilitätskosten leiden. In sozialen Netzwerken verbreiteten sich die Aussagen rasant. Die Reaktion folgte prompt und heftig. Für viele war eine rote Linie überschritten.
Mitglieder wütend: Austrittswelle beim ADAC
Die Reaktion der Basis ließ nicht lange auf sich warten. In sozialen Medien posten Mitglieder Fotos ihrer Kündigungsschreiben. Andere teilen ausgefüllte Austrittsformulare. Der Ton ist scharf und emotional. Viele langjährige Mitglieder erklären, sie fühlten sich nicht mehr vertreten. Besonders häufig fällt der Vorwurf, der ADAC agiere gegen seine eigene Mitgliedschaft. Aussagen wie die von Patrick P. oder Günter G. stehen exemplarisch für die Stimmung. Der Club verliere seine Identität, so der Tenor. Die Austrittswelle entwickelt sich zu einem Imageschaden.
ADAC-Mitglieder: Mehrheit fährt Verbrenner
Rund 22 Millionen Menschen sind Mitglied im ADAC. Der Großteil davon fährt ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Schätzungen zufolge liegt der Anteil bei etwa 90 %. Für diese Mitglieder bedeuten höhere Spritpreise eine direkte finanzielle Mehrbelastung. Viele sind auf ihr Auto angewiesen, etwa im ländlichen Raum. Elektromobilität ist dort oft keine realistische Alternative. Genau hier liegt der Kern des Konflikts. Die Mitglieder erwarten Unterstützung, keine zusätzlichen Kosten. Der Vertrauensverlust ist entsprechend groß.
Der ADAC sollte sich auf seine Kernaufgabe konzentrieren
Immer lauter wird die Forderung, der ADAC solle sich wieder auf seine ursprüngliche Rolle besinnen. Viele Mitglieder sehen den Club primär als private, bezahlte Straßenwacht. Pannenhilfe, Abschleppdienst und Unterstützung im Notfall stehen im Mittelpunkt der Erwartungshaltung. Politische Stellungnahmen zu Klimazielen passen für viele nicht dazu. Bereits 2018 sorgte eine Kampagne für Irritation, als der ADAC erklärte, kein klassischer Autoclub mehr zu sein. Die aktuelle Debatte reißt alte Wunden wieder auf. Der Wunsch nach Klarheit wird immer deutlicher.
So setzt sich der Spritpreis zusammen
Die Diskussion um höhere Preise wirft auch einen Blick auf die Zusammensetzung des Kraftstoffpreises.
| Bestandteil | Beschreibung |
|---|---|
| Rohölpreis | Kosten für die Förderung und den Einkauf von Erdöl |
| Energiesteuer | Staatliche Abgabe auf Benzin und Diesel |
| CO₂-Preis | Zusatzabgabe zur Reduzierung von Emissionen |
| Mehrwertsteuer | 19 % auf den Endpreis |
| Handel & Transport | Kosten für Raffinerie, Logistik und Vertrieb |
Gerade der CO₂-Preis sorgt für steigende Kosten. Kritiker sehen darin eine soziale Schieflage. Befürworter argumentieren mit Lenkungswirkung. Die Debatte bleibt hoch emotional.
Musterformular: Kündigung ADAC Mitgliedschaft
Absender:
Vorname Nachname
Straße Hausnummer
PLZ Ort
Mitgliedsnummer: XXXXXXXX
Empfänger:
ADAC
ADAC e. V.
Hansastraße 19
80686 München
Ort, Datum
Betreff: Kündigung meiner ADAC-Mitgliedschaft
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit kündige ich meine ADAC-Mitgliedschaft ordentlich und fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt.
Bitte bestätigen Sie mir die Kündigung unter Angabe des Beendigungsdatums schriftlich.
Sollte eine Kündigung zu diesem Zeitpunkt nicht möglich sein, kündige ich hilfsweise zum nächstmöglichen zulässigen Termin.
Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
(Unterschrift bei postalischem Versand)
Vorname Nachname
ADAC sieht sich missverstanden und verweist auf EU-Pläne
Der ADAC versucht, die Wogen zu glätten. Man sehe sich missverstanden, heißt es. Hillebrand betonte zudem, dass Preisspitzen vermieden werden müssten. Der geplante EU-weite CO₂-Preis sollte ursprünglich 2027 starten. Aufgrund des Widerstands mehrerer osteuropäischer Länder wurde er verschoben. Dies sei aus seiner Sicht richtig, um Bürger nicht zu überfordern. Gleichzeitig warnte er davor, Klimaziele aufzuweichen. Europa müsse an ehrgeizigen Vorgaben festhalten, so seine Aussage. Die Balance zwischen Klimaschutz und sozialer Verträglichkeit bleibt umstritten.
Fazit
Die Aussagen des ADAC-Verkehrspräsidenten haben eine tiefe Vertrauenskrise ausgelöst. Viele Mitglieder fühlen sich nicht mehr vertreten und ziehen Konsequenzen. Der Konflikt zeigt, wie sensibel das Thema Mobilität geworden ist. Der ADAC steht vor einer Richtungsentscheidung. Will er politische Akzente setzen oder die klassische Rolle als Autofahrerclub stärken? Die Welle der ADAC Austritte ist ein deutliches Warnsignal – und könnte langfristige Folgen haben.