Ihr Geld 2026: Das ändert sich jetzt
2026 wird ein Jahr mit spürbaren finanziellen Veränderungen. Krankenkassenbeiträge steigen, Versicherungen werden teurer, zugleich gibt es Entlastungen bei Steuern, mehr Geld für Familien und neue Regeln für Rentner. Auch Sparer, Anleger und Immobilienkäufer müssen sich auf ein verändertes Umfeld einstellen. Manche Effekte wirken sofort im Alltag, andere zeigen sich erst auf der Abrechnung oder beim Blick aufs Depot. Dieser Überblick fasst alle relevanten Neuerungen zusammen und zeigt, wo 2026 echte Chancen für Ihr Geld liegen.
Das Wichtigste in Kürze
- Krankenkassen und Versicherungen werden für viele teurer
- Rentner profitieren von Rentenplus und neuer Aktivrente
- Steuerzahler erhalten mehr Netto durch höhere Freibeträge
- Familien bekommen mehr Kindergeld und höhere Freibeträge
- Sparzinsen stabil, Immobilienpreise und Bauzinsen leicht steigend
Was ändert sich 2026 beim Geld am stärksten?
2026 steigen vor allem Krankenkassen- und Versicherungskosten, gleichzeitig profitieren Haushalte von Steuersenkungen, höheren Renten, mehr Familienleistungen und stabilen Sparzinsen.
Krankenkasse und Sozialabgaben: Mehr Belastung für viele
Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung setzen sich weiterhin aus dem allgemeinen Satz von 14,6 Prozent und dem Zusatzbeitrag zusammen. Für 2026 hat das Bundesgesundheitsministerium einen durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent festgelegt. In der Praxis variiert dieser stark. Je nach Krankenkasse liegen die Zusatzbeiträge zwischen rund 2 und über 4 Prozent.
Einige Kassen erhöhen, andere halten stabil oder senken leicht. Zusätzlich steigen zum 1. Januar die Beitragsbemessungsgrenzen in der Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Gutverdiener zahlen dadurch automatisch höhere Beiträge, auch wenn der Prozentsatz gleich bleibt.
| Beitrag 2026 | Wert |
|---|---|
| Allgemeiner Beitrag | 14,6 % |
| Durchschnittlicher Zusatzbeitrag | 2,9 % |
| Spanne Zusatzbeitrag | ca. 2–4 % |
Versicherungen: PKV und Kfz deutlich teurer
Privatversicherte müssen sich 2026 auf spürbare Mehrkosten einstellen. Rund 60 Prozent der Kunden in der privaten Krankenversicherung erhalten bereits zu Jahresbeginn höhere Rechnungen. Im Durchschnitt steigen die Beiträge um etwa 13 Prozent. Auch Autofahrer zahlen mehr. Kfz-Versicherungen verteuern sich im Schnitt um rund sieben Prozent.
Haupttreiber sind höhere Reparaturkosten, teurere Ersatzteile und steigende Werkstattlöhne. Zusätzlich werden viele Fahrzeuge neu eingestuft. Etwa 5,9 Millionen Fahrer rutschen in höhere Typklassen, 4,5 Millionen profitieren von niedrigeren Einstufungen. Bei den Regionalklassen ändern sich in 99 von 413 Bezirken die Beiträge, fast gleich verteilt auf Hoch- und Rückstufungen.
Rente 2026: Mehr Geld und neue Hinzuverdienst-Regeln
Rentner dürfen sich ab dem 1. Juli 2026 auf ein Plus von voraussichtlich 3,7 Prozent freuen. Gleichzeitig steigt die Regelaltersgrenze weiter an. Wer 1960 geboren ist, erhält die Rente ohne Abschläge erst mit 66 Jahren und 4 Monaten. Besonders langjährig Versicherte mit 45 Beitragsjahren können ab Jahrgang 1962 mit 64 Jahren und 8 Monaten abschlagsfrei in Rente gehen.
Für Neurentner erhöht sich zudem der steuerpflichtige Rentenanteil auf 84 Prozent. Neu ist die Aktivrente: Wer die Regelaltersgrenze erreicht hat, darf zusätzlich bis zu 2000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen, sofern er sozialversicherungspflichtig arbeitet.
Steuern und Arbeit: Mehr Netto, höherer Mindestlohn
2026 bringt deutliche steuerliche Entlastungen. Der Grundfreibetrag steigt auf 12.348 Euro für Singles und 24.696 Euro für Paare. Die Pendlerpauschale erhöht sich auf 38 Cent ab dem ersten Kilometer, unabhängig vom Verkehrsmittel. Auch der Solidaritätszuschlag entfällt für weitere Steuerzahler.
Bis zu einer festgesetzten Einkommensteuer von 20.350 Euro für Singles und 40.700 Euro für Paare wird kein Soli mehr fällig. Zudem steigt der Mindestlohn von 12,82 auf 13,90 Euro. Die Minijob-Grenze erhöht sich parallel auf 603 Euro im Monat.
| Steuer & Arbeit | 2026 |
|---|---|
| Grundfreibetrag Single | 12.348 € |
| Grundfreibetrag Paar | 24.696 € |
| Pendlerpauschale | 38 Cent/km |
| Mindestlohn | 13,90 € |
| Minijob-Grenze | 603 € |
Familien und soziale Leistungen: Mehr Geld, strengere Regeln
Familien profitieren 2026 doppelt. Der Kinderfreibetrag steigt auf insgesamt 9756 Euro pro Kind, inklusive Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf. Zusätzlich wird das Kindergeld erhöht. Ab Januar erhalten Familien 259 Euro pro Kind und Monat, vier Euro mehr als im Vorjahr.
Gleichzeitig wird das Bürgergeld abgeschafft und durch eine neue Grundsicherung ersetzt. Die Regelsätze bleiben unverändert, doch es sind schärfere Sanktionen geplant. Wer Termine im Jobcenter verpasst oder angebotene Arbeit ablehnt, muss mit Kürzungen rechnen.
Sparen, Börse und Immobilien: Stabil, aber mit Risiken
Für Sparer bleiben die Rahmenbedingungen zunächst stabil. Laut Verivox bleiben Tagesgeld- sowie kurz- bis mittelfristige Festgeldzinsen in der ersten Jahreshälfte 2026 weitgehend konstant. Langfristiges Festgeld mit fünf oder zehn Jahren Laufzeit könnte leicht höhere Zinsen bieten. An der Börse erwarten Experten eine Konsolidierung der KI-Werte. Börsenprofi Jürgen Schmitt rät zu gezieltem Stock-Picking.
Die deutsche Wirtschaft wächst laut Kieler Institut für Weltwirtschaft nur moderat um etwa ein Prozent. Der Immobilienmarkt zeigt sich robuster. Experten rechnen bundesweit mit rund drei Prozent steigenden Preisen. In Ballungszentren könnten es vier bis fünf Prozent sein. Die Bauzinsen bewegen sich voraussichtlich zwischen 3,1 und 3,7 Prozent, wie auch Dr. Klein einschätzt.
Fazit
2026 wird für viele Haushalte ein finanzieller Balanceakt. Höhere Kosten bei Krankenkassen und Versicherungen treffen auf spürbare Steuerentlastungen, mehr Geld für Familien und bessere Chancen für aktive Rentner. Wer seine Finanzen prüft, Tarife vergleicht und Sparmöglichkeiten nutzt, kann vom Raketenstart fürs Sparschwein profitieren. Gerade jetzt lohnt es sich, Einkommen, Vorsorge und Geldanlage neu auszurichten.