Bitcoin wird zum Notcoin: Was jetzt?
Bitcoin sollte zum Jahresende 2025 eigentlich noch einmal zulegen. Doch die Bitcoin-Rallye ist abgesagt – Anleger bleiben auf Verlusten sitzen. Während der S&P 500 mit einer klassischen Weihnachtsrallye neue Rekorde erreicht, tritt die größte Kryptowährung auf der Stelle. Laut Bloomberg pendelt der Kurs nur zwischen 85.000 und 90.000 US-Dollar. Auf das Gesamtjahr gesehen steht dennoch ein Minus von mehr als 7 Prozent. Das trifft viele Anleger, die auf den „sicheren“ Aufwärtstrend gesetzt hatten.
Das Wichtigste in Kürze
- Bitcoin beendet 2025 ohne Schwung und pendelt laut Bloomberg zwischen 85.000 und 90.000 US-Dollar.
- Auf Jahressicht liegt Bitcoin mehr als 7 Prozent im Minus, obwohl viele mit einer Jahresendrallye rechneten.
- Seit Oktober kam es zu einem Ausverkauf mit rund 30 Prozent Verlust, die Quartalsperformance ist die schwächste seit 2022.
- Gold läuft davon: fast 4.500 US-Dollar je Unze und über 70 Prozent Plus in 2025.
- ETF-Abflüsse (u. a. BlackRocks IBIT mit 2,7 Mrd. US-Dollar Abfluss in fünf Wochen bis Ende November) und höhere Anleiherenditen (10 Jahre: ca. 4,17 Prozent) erhöhen den Druck.
Warum ist die Bitcoin-Rallye abgesagt und warum bleiben Anleger auf Verlusten sitzen?
Weil Bitcoin Ende 2025 trotz Aktienrallye seitwärts läuft, langfristige Halter im Vierjahreszyklus verkaufen, neue Käufer fehlen, ETF-Abflüsse den Druck verstärken und steigende US-Renditen nicht verzinsliche Assets wie Bitcoin unattraktiver machen.
Bitcoin-Rallye abgesagt: Was Ende 2025 wirklich passiert
Bitcoin schließt das Jahr 2025 ohne die erhoffte Dynamik ab und wird zum Notcoin. Das ist bemerkenswert, weil parallel viele Märkte eine typische Jahresendbewegung zeigen. Der S&P 500 steigt in einer klassischen Weihnachtsrallye auf Rekordhöhen, doch Bitcoin liefert diese Bewegung nicht. Laut Bloomberg bleibt der Kurs in einer engen Spanne zwischen 85.000 und 90.000 US-Dollar.
Diese Seitwärtsphase wirkt wie Stillstand, obwohl das Kursniveau hoch erscheint. Entscheidend ist der Vergleich zur Erwartung: Viele Anleger rechneten mit Rückenwind, nicht mit Zähigkeit. Dazu kommt die Jahresbilanz, die trotz hoher Notierung ein Minus von mehr als sieben Prozent zeigt. Genau hier entsteht das Gefühl, „auf Verlusten sitzen zu bleiben“.
Verlustbilanz und Vertrauensbruch: Minus trotz hoher Kurse
Ein Kurs in der Nähe von 90.000 US-Dollar klingt nach Erfolg. Trotzdem kann die Stimmung kippen, wenn die Performance nicht stimmt. Auf das Jahr gerechnet liegt Bitcoin laut Bericht mehr als sieben Prozent im Minus. Das bedeutet: Wer zu Jahresbeginn oder während des Jahres auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends gesetzt hat, sieht rote Zahlen. Psychologisch wirkt das besonders stark, weil Bitcoin lange als Anlage mit „garantiertem Kursanstieg“ erschien. Genau dieser Eindruck wird 2025 beschädigt.
Denn statt einer stabilen Aufwärtsbewegung gibt es zähe Seitwärtswochen. Gleichzeitig bleiben die Handelsvolumina niedrig, was die Flaute sichtbar macht. Wenn dann auch Privatanleger weniger spekulieren, fehlt dem Markt ein wichtiger Treibstoff. So wird aus Hoffnung auf Rallye schnell Frust über ausbleibende Gewinne.
Oktober-Ausverkauf und schwächstes Quartal seit 2022
Der eigentliche Bruch begann im Oktober. Ab diesem Zeitpunkt setzte ein Ausverkauf ein, und Bitcoin verlor rund 30 Prozent seines Wertes. Diese Bewegung wirkt nach, weil sie viele kurzfristige Positionen „unter Wasser“ drückt. Bloomberg ordnet die aktuelle Quartalsperformance als schwächste seit dem zweiten Quartal 2022 ein. Damals erschütterte der Zusammenbruch von TerraUSD die gesamte Branche.
Der Vergleich ist hart, weil TerraUSD ein Synonym für Krypto-Schockmomente wurde. Wenn 2025 wieder eine der schwächsten Phasen seit diesem Ereignis auftaucht, steigt die Nervosität. Niedrige Volumina verstärken das Problem, weil Erholungen dann schwerer zünden. Weniger Spekulation von Privatanlegern bedeutet zudem weniger Dynamik auf der Käuferseite. Das Ergebnis ist ein Markt, der sich eher müde als euphorisch anfühlt.
Gold zieht davon: Warum „Hard Assets“ Kapital anziehen
Der Kontrast zu Gold ist ein zentraler Punkt in der Überschrift. Während Bitcoin stagniert und zum Notcoin wird, geht Gold „durch die Decke“. Der Goldpreis steigt auf fast 4.500 US-Dollar pro Unze und legt 2025 mehr als 70 Prozent zu. Das ist eine klare Outperformance gegenüber Bitcoin. Auch US-Aktien belohnen Anleger, die an Technologiewerten festhalten. Bitcoin schafft es dagegen weder, als klassisches Risiko-Asset mitzuhalten, noch als digitales Wertaufbewahrungsmittel zu glänzen.
Genau diese doppelte Enttäuschung ist entscheidend. Ein Analyst wird bei Bloomberg mit dem Satz zitiert, dass „Hard Assets“ Kapital als langfristige Absicherung anziehen, während Kryptowährungen außen vor bleiben. Das zeigt, wohin Geld in unsicheren oder renditegetriebenen Phasen wandert. Für Bitcoin ist das eine Konkurrenzsituation um Vertrauen und Kapital.
Vierjahreszyklus und fehlende Käufer: Marktinterne Kräfte dominieren
Laut Bloomberg folgt die aktuelle Schwäche weniger der Konjunktur, sondern grundlegenden Marktmechanismen. Im Mittelpunkt steht der historische Vierjahreszyklus. Langfristige Anleger verkaufen demnach im Einklang mit diesem Zyklus, was konstanten Abgabedruck erzeugt.
Dieser Druck wirkt unabhängig von makroökonomischen Impulsen, also auch dann, wenn Wirtschaftsdaten kurzfristig gut oder schlecht sind. Gleichzeitig fehlt eine neue Käuferwelle, die den Verkauf auffangen könnte. Während frühere Inhaber ihre Positionen nach und nach abbauen, bauen andere Anleger keine neuen auf. Dadurch fehlt der „Gegendruck“, der eine Rallye stabil machen würde. Genau das verhindert eine nachhaltige Aufwärtsbewegung. In so einer Lage pendelt der Kurs eher, als dass er ausbricht.
ETF-Abflüsse, Renditen und Ausblick 2026: Das zweischneidige Schwert
Zusätzlichen Druck erzeugen laut Reuters die US-Bitcoin-Fonds. Sie werden im vierten Quartal zu Nettoverkäufern. Besonders auffällig ist der IBIT-ETF von BlackRock: Bis Ende November kommt es zu Abflüssen von 2,7 Milliarden US-Dollar innerhalb von fünf Wochen. ETFs machen den Einstieg zwar einfach, aber sie erleichtern auch den schnellen Ausstieg, wenn die Stimmung dreht.
Parallel spielt das makroökonomische Umfeld hinein. Das stärkere US-Wachstum im dritten Quartal senkt laut Reuters die Wahrscheinlichkeit baldiger Zinssenkungen. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen liegen bei etwa 4,17 Prozent, und steigende Renditen machen nicht verzinsliche Assets wie Bitcoin unattraktiver. Für 2026 erwarten Beobachter eher Konsolidierung als explosive Sprünge. Volatilität bleibt Teil der Geschichte, und ETF-Ströme wirken weiter als Beschleuniger – nach oben wie nach unten.
Fazit
Die Bitcoin-Rallye ist abgesagt – Anleger bleiben auf Verlusten sitzen, weil mehrere Kräfte gleichzeitig drücken. Der Kurs bleibt in der Spanne, die Jahresbilanz ist negativ, und der Oktober-Abverkauf wirkt nach. Dazu laufen Gold und US-Aktien davon, während „Hard Assets“ Kapital anziehen. Zyklus-Verkäufe, fehlende Käufer und ETF-Abflüsse verschärfen die Lage. Für 2026 spricht vieles für Seitwärtsphasen mit scharfen Ausschlägen.