
Rostock will Beamtenstellen auf zehn reduzieren: Was der Plan bedeutet
Aus 155 Verwaltungsbeamten sollen langfristig rund zehn werden. Die Feuerwehr bleibt ausgenommen.
Rostock will die Zahl der verbeamteten Beschäftigten in seiner Verwaltung langfristig stark verringern. Nach dem Plan von Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger sollen von derzeit 155 Verwaltungsbeamten am Ende nur etwa zehn übrig bleiben. Das bedeutet jedoch keine sofortige Entlassung: Frei werdende Beamtenstellen sollen über Jahre hinweg durch Arbeitsplätze für Tarifbeschäftigte ersetzt werden. Die 296 verbeamteten Kräfte der Feuerwehr sind von dem Vorhaben ausgenommen.
Was in Rostock geplant ist
Die Stadtverwaltung setzt auf einen schrittweisen Wechsel beim Personalstatus. Wenn Beamte ausscheiden, sollen ihre Stellen künftig in vielen Fällen als Angestelltenstellen nachbesetzt werden. Bürgermeisterin, Senatoren und weitere gesetzlich vorgeschriebene Beamtenpositionen sollen erhalten bleiben. Eine komplette Abschaffung des Beamtenstatus in Rostock steht damit nicht zur Debatte.
Für die Stadt geht es um mehr Spielraum bei der Personalgewinnung und um erwartete Einsparungen. Nach den bisher veröffentlichten Angaben rechnet die Verwaltung mit einem fünfstelligen Kostenvorteil je umgewandelter Stelle. Ob daraus tatsächlich ein langfristiger Haushaltsvorteil entsteht, hängt von Gehältern, Sozialabgaben, Versorgungsansprüchen und der konkreten Nachbesetzung ab. Eine belastbare Gesamtrechnung für alle betroffenen Stellen liegt öffentlich bislang nicht vor.
Warum der Beamtenstatus umstritten ist
Beamte und Tarifbeschäftigte arbeiten in Kommunen oft an ähnlichen Aufgaben, haben aber unterschiedliche Rechte und Pflichten. Beamte stehen in einem besonderen Dienst- und Treueverhältnis und erhalten später eine Versorgung durch den Dienstherrn. Bei Angestellten gelten Tarifvertrag und Sozialversicherung. Die Kosten lassen sich deshalb nicht allein anhand des aktuellen Monatsgehalts vergleichen.
Hinzu kommt eine rechtliche Grenze: Artikel 33 Absatz 4 des Grundgesetzes sieht vor, dass die Ausübung hoheitsrechtlicher Befugnisse als ständige Aufgabe in der Regel Angehörigen des öffentlichen Dienstes in einem öffentlich-rechtlichen Dienst- und Treueverhältnis übertragen wird. Welche Rostocker Stellen deshalb weiterhin Beamten vorbehalten bleiben müssen, ist bei der Umsetzung zu prüfen.
Der Beamtenbund Mecklenburg-Vorpommern kritisiert den Vorstoß. Aus Sicht der Gewerkschaft würde ein Abbau von Beamtenstellen die öffentliche Verwaltung schwächen und ihre Attraktivität als Arbeitgeber nicht automatisch verbessern. Die Stadt verweist dagegen auf die Schwierigkeiten, passende Bewerber für bestimmte Laufbahnen zu finden.
Was noch offen ist
Bislang ist der Umbau ein politischer Plan. Für Beschäftigte entscheidend werden die konkrete Liste der Stellen, der Zeitplan und die rechtliche Prüfung. Die Zahl „zehn“ beschreibt ein langfristiges Ziel für die Verwaltung, nicht den Personalstand im nächsten Jahr. Auch die Feuerwehrzahlen dürfen nicht in diese Rechnung eingemischt werden.
Stand: 7. Oktober 2026. Quellen: Ostsee-Zeitung, BILD, dbb Mecklenburg-Vorpommern und Grundgesetz.