Unbekannte Super-Mario-Variante entdeckt: 97 NES-Module aufgetaucht

97 unbenutzte NES-Module, fünf PSA 10 und ein Auktionspreis von 12.200 Dollar: Was hinter dem Fund steckt.

Eine unbekannte Super-Mario-Variante hat aus einem vermeintlich gewöhnlichen Lagerfund ein Stück Videospielgeschichte gemacht. In Waukesha im US-Bundesstaat Wisconsin tauchten 97 unbenutzte Module von „Super Mario Bros./Duck Hunt“ auf. Das Spiel selbst ist identisch mit dem bekannten NES-Doppelmodul. Selten sind die physische Ausführung, die späte Produktion und der außergewöhnliche Erhaltungszustand.

Seit der ersten Meldung ist die Geschichte um einen belastbaren Marktwert reicher: Ein von PSA mit 10 bewertetes Exemplar wurde bei Goldin versteigert. Das höchste Gebot lag bei 10.000 US-Dollar; das Auktionshaus nennt einen Gesamtpreis von 12.200 US-Dollar inklusive Aufgeld. Damit ist die Frage nach dem Wert nicht mehr reine Spekulation. Der Preis gilt allerdings nur für dieses konkrete, dokumentierte PSA-10-Modul und nicht pauschal für jedes „Super Mario Bros./Duck Hunt“-Spiel.

Das Wichtigste zur unbekannten Super-Mario-Variante

  • Gefunden wurden 97 unbenutzte NES-Module samt Anleitung und Kunststoffbeutel.
  • Der Karton war ursprünglich für 100 Exemplare beschriftet; drei Module fehlen.
  • Der Produktionscode 9340 verweist auf die 40. Kalenderwoche des Jahres 1993.
  • Das rückseitige Etikett ist mehrsprachig statt nur englisch.
  • Auch Platine, Produktionskennzeichnungen und Anleitung weichen von bekannten Varianten ab.
  • Der Spielinhalt von „Super Mario Bros./Duck Hunt“ wurde nicht verändert.
  • PSA vergab fünfmal die Höchstnote 10 – laut Entdecker die ersten PSA-10-Bewertungen für lose NES-Module.
  • Ein PSA-10-Exemplar erzielte im September 2026 bei Goldin 10.000 US-Dollar Höchstgebot und 12.200 US-Dollar mit Aufgeld.

Was wurde in Wisconsin genau gefunden?

Die Spur beginnt bei OneStopWonders, einem Laden für Popkultur und Retrospiele in Waukesha. Besitzer Kevin Braun hatte eine Kiste mit alten Nintendo-Spielen gekauft und mehrere Jahre eingelagert. Nach seiner Darstellung stammte sie aus dem Umfeld eines Unternehmens, das Edelmetalle aus ausrangierten Leiterplatten zurückgewann. Die Module sollten demnach ursprünglich wegen der kleinen Goldanteile an ihren Kontakten verwertet werden. Dazu kam es nicht.

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Als Nintendo-Sammler und Nintendo-Wire-Herausgeber Jason Ganos die Kiste öffnete, lagen darin 97 einzeln verpackte Doppelmodule. Hinter jedem Modul steckte eine unbenutzte Anleitung. Der erste Eindruck war trotzdem weniger spektakulär, als die Zahl vermuten lässt: Normale Ausgaben von „Super Mario Bros./Duck Hunt“ gehören zu den verbreitetsten NES-Spielen. Braun hatte laut Ganos sogar erwogen, die Exemplare für rund 10 bis 15 Dollar pro Stück anzubieten.

Der Versandkarton veränderte die Lage. Auf ihm standen unter anderem „NOA“, eine Mengenangabe von 100, das Datum 19. Dezember 1995 und die Beschreibung „Mario – Hunt Remanufactured NES“. Eine japanische Kennzeichnung verwies nach der von Ganos wiedergegebenen Übersetzung auf 100 montierte NES-Module. Der Karton verbindet den Bestand damit zumindest plausibel mit Nintendo of America. Eine öffentlich zugängliche Stellungnahme von Nintendo zum ursprünglichen Verwendungszweck liegt jedoch nicht vor.

Jason Ganos dokumentiert Fund, Verpackung und Abweichungen bei Nintendo Wire aus erster Hand. Wisconsin Public Radio besuchte Braun und Ganos später im Laden und bestätigte zentrale Eckdaten in einer eigenen Reportage. Diese Trennung ist redaktionell relevant: Die Herkunftsgeschichte beruht teilweise auf den Schilderungen der Beteiligten, während Fotos, Grading und Auktion unabhängig nachvollziehbare Spuren liefern.

Was macht die NES-Module zu einer neuen Variante?

Kurz gesagt: Nicht das Programm ist neu, sondern die Hardware- und Druckausführung. Wer eines der Module in ein NES steckt, erhält dasselbe Doppelspiel aus Jump ’n’ Run und Lichtpistolen-Shooter. Für Variantensammler können Änderungen an Gehäuse, Etikett, Platine, Anleitung und Produktionscode dennoch den Unterschied zwischen Massenware und einer bislang nicht erfassten Auflage ausmachen.

Merkmal Bekannte Ausführungen Fund aus Wisconsin
Rücketikett in der Regel englischsprachig mehrsprachige Hinweise
Platinenkennung frühere dokumentierte Boards abweichende, späte Ausführung
Anleitung Formulierung „maintenance or repairs“ Formulierung „maintenance or service“
Produktionscode ältere bekannte Auflagen 9340, interpretiert als 40. Woche 1993
Zustand meist gebraucht oder einzeln erhalten unbenutzt, mit Anleitung und Beutel

Besonders aussagekräftig ist die Kombination mehrerer Merkmale. Ein einzelnes anders formuliertes Handbuch könnte vertauscht worden sein. Ein anderes Rücketikett allein könnte eine regionale Druckänderung darstellen. Beim Wisconsin-Fund stimmen jedoch Karton, einheitlicher Zustand, Anleitungen, Module und späte Kennzeichnungen als zusammengehöriger Bestand überein. Genau diese Provenienz macht den Fund für die Dokumentation interessanter als ein isoliertes Modul ohne nachvollziehbare Vorgeschichte.

Der Code 9340 wird in der Berichterstattung als 40. Produktionswoche des Jahres 1993 gelesen. Kalenderwoche 40 liegt Anfang Oktober, nicht Ende August. Für die Einordnung genügt der belastbare Kern: Die Kennzeichnung weist auf eine sehr späte Fertigung im Jahr 1993 hin. Sie liegt nach den bislang bekannten Auflagen des Bundles, das nach Angaben von Associated Press und Wisconsin Public Radio 1991 eingestellt wurde.

Warum die späte Produktion von 1993 Fragen aufwirft

Die unbekannte Super-Mario-Variante entstand offenbar zu einem Zeitpunkt, als Nintendo in Nordamerika längst auf die nächste Konsolengeneration setzte. Nintendo nennt 1985 als Startjahr des NES in Nordamerika und 1991 als US-Start des Super Nintendo Entertainment System. Ein 1993 produziertes Doppelmodul war deshalb kein typisches Startprodukt mehr. Ganz verschwunden war das NES allerdings nicht: Die überarbeitete Konsole NES-101 kam in Nordamerika ebenfalls 1993 auf den Markt.

Zwei plausible, aber unbestätigte Theorien

Zwei Erklärungen werden am häufigsten genannt. Die Module könnten als Ersatzbestand für Garantiefälle oder aufgearbeitete Konsolen vorgesehen gewesen sein. Dazu passt das Wort „Remanufactured“ auf dem Karton. Denkbar wäre auch ein geplantes Händler- oder Konsolenpaket, das nie regulär veröffentlicht wurde. Beides sind Hypothesen. Solange kein Nintendo-Dokument auftaucht, das Bestellnummer, Zweck und Empfänger eindeutig erklärt, sollte keine davon als bewiesene Geschichte verkauft werden.

Auch das Versanddatum von 1995 beantwortet nicht automatisch das Produktionsrätsel. Es kann bedeuten, dass bereits 1993 gefertigte Module zwei Jahre später aus einem Bestand ausgesondert, umgepackt oder zur Verwertung weitergeleitet wurden. Herstellung, Lagerbewegung und Entsorgung sind drei unterschiedliche Vorgänge. Gerade solche Details gehen verloren, wenn alte Firmenbestände ohne Dokumentation aufgelöst werden.

Die Zeitleiste des Fundes

Jahr Dokumentierter oder berichteter Schritt
1985 Nintendo startet das NES in Nordamerika.
1988 „Super Mario Bros./Duck Hunt“ erscheint als Doppelmodul für das NES Action Set.
1991 Die bekannte Bundle-Ausgabe wird laut AP und WPR eingestellt; das SNES startet in den USA.
1993 Der Code 9340 der neu gefundenen Module verweist auf eine späte Fertigung.
1995 Der Transportkarton trägt das Datum 19. Dezember 1995 und die Mengenangabe 100.
2026 97 Exemplare werden dokumentiert, von PSA bewertet und teilweise versteigert.

Nintendos offizielle Unternehmenschronik ordnet den Konsolenwechsel von NES zu Super NES ein. Die Detailgeschichte der Doppelmodule stammt dagegen aus der Dokumentation des Finders, der lokalen Reportage und den Auktionsangaben. Diese Quellen beantworten unterschiedliche Fragen und sollten nicht so behandelt werden, als stamme die gesamte Rekonstruktion aus einem Nintendo-Archiv.

Was bedeutet PSA 10 bei einem NES-Modul?

PSA authentifiziert und bewertet Videospiele auf einer Skala von 1 bis 10. Zwischen 9 und 10 arbeitet der Dienst in Schritten von 0,2. Eine Note bewertet den physischen Zustand des eingesandten Objekts, nicht Spielspaß, historische Wahrheit oder künftigen Marktwert. Der Kunststoffhalter schützt das Modul und trägt eine Zertifizierungsnummer, doch auch ein gegradetes Objekt bleibt ein Sammlerstück mit einem vom Markt bestimmten Preis.

Nach Angaben von Ganos erhielten fünf der 97 Module die Note 10. Beim ersten Teilergebnis waren unter zwölf geprüften Exemplaren auch mehrere Bewertungen von 9,8 und 9,6. Eine vollständig öffentlich verifizierbare Aufschlüsselung aller 97 Zertifikate war in den zugänglichen Primärangaben nicht enthalten. Seriös ist deshalb die bestätigte Zahl von fünf Bestnoten; weitergehende Verteilungen sollten nur mit konkreten Zertifikats- oder Populationsdaten genannt werden.

PSA erklärt die eigene Videospiel-Skala und den Begriff einer Variante. Der Dienst weist ausdrücklich darauf hin, dass unterschiedliche Ausführungen desselben Spiels Seltenheit, Nachfrage und Wert beeinflussen können. Einen automatischen Gewinn verspricht das nicht. Wer sich allgemein mit der Bewertung von Sammlerstücken beschäftigt, findet im HN-Insider-Ratgeber zum Grading von Sammelkarten in Deutschland die vergleichbaren Grundfragen zu Gebühren, Zustand und Wiederverkauf.

Der Auktionspreis: 10.000 Dollar Gebot, 12.200 Dollar Gesamtpreis

Warum Gebot und Gesamtpreis nicht dasselbe sind

Das wichtigste Update nach der Entdeckung liefert Goldin. Los Nummer 3, Exemplar 79 von 97, wurde am 10. September 2026 nach 65 Geboten zugeschlagen. Auf der Ergebnisseite stehen ein Höchstgebot von 10.000 US-Dollar und ein Gesamtbetrag von 12.200 US-Dollar. Die Differenz ist das Käuferaufgeld. Wer Preise vergleicht, muss klar benennen, ob vom Hammerpreis, vom Gebot oder vom vom Käufer gezahlten Gesamtpreis die Rede ist.

Das versteigerte Modul trug PSA 10, die zugehörige Anleitung PSA 9,8. Goldin beschreibt es als dreifach verschraubtes USA-Modul mit ovalem Nintendo-Qualitätssiegel, zweisprachigem Rücketikett und passender USA-1-T-Anleitung. Diese Details erklären, warum ein gewöhnlich wirkendes Doppelmodul nicht mit den für wenige Dollar gehandelten Standardexemplaren vergleichbar ist.

Das abgeschlossene Goldin-Los dokumentiert Gebote, Endpreis und Objektmerkmale. Der Verkauf ist ein echter Referenzpunkt, aber noch kein stabiler Preisindex. Ein einzelner Zuschlag kann von Aufmerksamkeit, Bieterzahl, Präsentation und dem Reiz des ersten öffentlich angebotenen PSA-10-Exemplars beeinflusst werden.

Warum ein normales Super Mario Bros./Duck Hunt meist nicht wertvoll ist

Hier liegt die größte Verwechslungsgefahr. Millionen Spieler kennen das graue Kombimodul aus dem NES Action Set. Gebrauchte Standardausgaben werden häufig angeboten und erzielen meist keine spektakulären Summen. Der Wisconsin-Fund ist nicht deshalb teuer, weil Mario und Duck Hunt auf demselben Modul stecken. Wertbildend sind die bislang unbekannte Ausführung, der geschlossene Fundzusammenhang, der unbenutzte Zustand, die Gradingnote und die belegte öffentliche Geschichte.

Wer zu Hause ein altes Modul findet, sollte deshalb zuerst vergleichen, nicht jubeln. Relevant sind Vorder- und Rücketikett, Schrauben, Platinenkennung, Produktionscode, Anleitung, Herkunft und Zustand. Ein mehrsprachiges Rücketikett allein beweist noch nicht, dass es zu genau diesem Bestand gehört. Ebenso wenig macht eine Plastiktüte ein Modul „factory sealed“ im Sinn einer versiegelten Verkaufsbox. Die 97 Exemplare waren als Pack-in-Module einzeln eingetütet, nicht als klassische Einzelhandelsbox verschweißt.

Diese Merkmale sollten Sammler dokumentieren

  1. Vorder- und Rückseite bei neutralem Licht fotografieren.
  2. Schraubenanzahl, Qualitätssiegel und Ländercode festhalten.
  3. Produktionskennzeichnungen von Modul, Platine und Anleitung getrennt notieren.
  4. Provenienz, alte Rechnungen oder Kartonbeschriftungen sichern.
  5. Keine Etiketten ablösen, Kontakte aggressiv polieren oder das Gehäuse unnötig öffnen.
  6. Bei hohem Verdacht einen auf Videospiele spezialisierten Authentifizierer anfragen.

Das Öffnen eines Moduls kann für die Platinenbestimmung nötig sein, birgt aber Risiken für Schrauben, Gehäuse und Etikett. Beim dokumentierten Fund geschah es auf Bitte erfahrener Prüfer. Für Privatpersonen ist ein zerstörungsfreier Vergleich der bessere erste Schritt. Fotos lassen sich weitergeben; ein abgerissenes Etikett oder eine verkratzte Schraube nicht zurückdrehen.

Was bestimmt den Sammlerwert?

Seltenheit braucht Nachfrage

Seltenheit allein reicht nicht. Ein Objekt kann einzigartig und trotzdem kaum gefragt sein. Bei dieser Super-Mario-Variante treffen mehrere starke Faktoren aufeinander: eine weltweit bekannte Marke, ein nostalgisch aufgeladenes Spiel, eine kleine dokumentierte Auflage, ein außergewöhnlicher Zustand und eine leicht erzählbare Fundgeschichte. Hinzu kommt die PSA-10-Premiere für NES-Module, die Aufmerksamkeit weit über spezialisierte Variantensammler hinaus erzeugt.

Der Preis kann trotzdem schwanken. Weitere Funde würden die angenommene Knappheit verändern. Neue Unterlagen könnten die Herkunft aufwerten oder eine Theorie entkräften. Auch die Zahl gleichzeitig angebotener Exemplare spielt eine Rolle: Werden viele der 97 Module in kurzer Zeit verkauft, verteilt sich die Nachfrage. Werden sie über Jahre einzeln angeboten, kann jeder Verkauf als neues Ereignis inszeniert werden.

Ein Auktionsresultat ist deshalb ein Datenpunkt, keine Anlageempfehlung. Gebühren, Versicherung, Versand, Einfuhrabgaben und Währungsrisiken können die Gesamtkosten erhöhen. Beim späteren Verkauf entstehen erneut Kosten. Wer nur auf einen steigenden Preis setzt, trägt ein illiquides Sammlerrisiko. Wer das Stück als Dokument der Nintendo-Geschichte schätzt, bewertet den Kauf anders als ein kurzfristiger Spekulant.

Warum der Fund für die Videospielgeschichte zählt

Physische Spiele bestehen nicht nur aus Software. Etiketten, Handbücher, Platinenrevisionen, Kartons und Logistikaufkleber erzählen, wie ein Produkt hergestellt, regional angepasst, gebündelt, repariert und ausgemustert wurde. Gerade bei Massenprodukten wirken kleine Varianten nebensächlich. Für Archive sind sie oft die einzigen erhaltenen Hinweise auf Abläufe, die nie öffentlich dokumentiert wurden.

Der Bestand zeigt auch, wie knapp der Abstand zwischen Erhaltung und Verlust sein kann. Wäre die Kiste tatsächlich zerlegt und wegen ihrer Metallkontakte verwertet worden, wären nicht nur 97 Module verschwunden. Verloren gegangen wäre vor allem ihr gemeinsamer Kontext. Ein einzelnes Exemplar ohne Transportkarton, passende Anleitungen und einheitlichen Zustand hätte die späte Produktionsgeschichte weit weniger überzeugend belegt.

Wisconsin Public Radio dokumentiert den Fundort, die Beteiligten und die Unterschiede der Module. Die Associated Press bestätigt die zentralen Angaben zur späten Fertigung, PSA-Bewertung und Auktion. Gemeinsam mit der Primärdokumentation und dem abgeschlossenen Auktionslos entsteht ein deutlich belastbareres Bild als aus einer einzigen Meldung.

Was noch ungeklärt ist

Offen bleibt, warum Nintendo die Module 1993 produzierte, wofür genau sie bestimmt waren und weshalb der Karton erst 1995 in Richtung Verwertung ging. Ebenso ist nicht lückenlos öffentlich dokumentiert, was zwischen Nintendo of America, dem Recyclingunternehmen, dem früheren Besitzer und dem Laden geschah. Die vorhandene Erzählung ist plausibel und teilweise fotografisch gestützt, aber kein Ersatz für interne Liefer- oder Vernichtungsunterlagen.

Auch die Bezeichnung „unbekannte Variante“ sollte präzise verstanden werden. Sie bedeutet, dass diese konkrete Kombination von Merkmalen in den konsultierten Sammlerdaten und bei den beteiligten Fachleuten zuvor nicht dokumentiert war. Sie bedeutet nicht, dass niemand jemals ein baugleiches Modul besessen haben kann. Weitere Exemplare könnten in Haushalten oder Lagerbeständen liegen, ohne als Besonderheit erkannt worden zu sein.

Einordnung: Sensation ja, neues Mario-Spiel nein

Die Schlagzeile klingt zunächst nach einem geheimen Spiel oder unveröffentlichten Leveln. Genau das ist nicht passiert. Software, Grafik und Spielmechanik entsprechen dem bekannten Doppelmodul. Die Sensation liegt in der Fertigungs- und Vertriebsgeschichte. Für Spieler ändert sich nichts; für Historiker und Variantensammler sehr wohl.

Diese Unterscheidung schützt auch vor übertriebenen Wertversprechen. Ein gewöhnliches „Super Mario Bros./Duck Hunt“ wird durch den Fund nicht automatisch selten. Wer ein Modul besitzt, braucht übereinstimmende Merkmale und eine belastbare Zuordnung. Das versteigerte PSA-10-Exemplar zeigt, welchen Preis der Markt für einen dokumentierten Spitzenfund gezahlt hat. Es liefert keinen Blankoscheck für ähnlich aussehende Flohmarktfunde.

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Fazit zur unbekannten Super-Mario-Variante

Die 97 NES-Module sind ein seltener Fall, in dem Massenkultur, Industriegeschichte und perfekter Erhaltungszustand zusammenkommen. Das Spiel war millionenfach verbreitet. Die 1993 gefertigte Ausführung mit mehrsprachigem Rücketikett, abweichender Anleitung und geschlossener Herkunft war es offenbar nicht. Genau dieser Kontrast macht den Fund spannend.

Inzwischen lässt sich auch der Marktwert eines Spitzenexemplars beziffern: 10.000 US-Dollar Höchstgebot und 12.200 US-Dollar Gesamtpreis bei Goldin. Noch wertvoller für die Forschung ist womöglich der erhaltene Zusammenhang aus Karton, Modulen, Handbüchern und Kennzeichnungen. Er zeigt, dass selbst bei einem der bekanntesten NES-Spiele noch Lücken in der Dokumentation existieren – und dass eine unscheinbare Lagerkiste sie drei Jahrzehnte später schließen kann.

FAQ zur unbekannten Super-Mario-Variante

Was ist die unbekannte Super-Mario-Variante?

Es handelt sich um eine bislang nicht dokumentierte physische Ausführung des NES-Doppelmoduls „Super Mario Bros./Duck Hunt“. Das Spiel ist unverändert, doch Rücketikett, Platine, Produktionscode und Anleitung unterscheiden sich von bekannten Varianten.

Wo wurden die 97 NES-Module gefunden?

Die Module lagen in einer eingelagerten Kiste bei OneStopWonders in Waukesha im US-Bundesstaat Wisconsin. Ladenbesitzer Kevin Braun zeigte den Bestand dem Nintendo-Sammler Jason Ganos.

Aus welchem Jahr stammen die Module?

Der Code 9340 wird als 40. Produktionswoche des Jahres 1993 interpretiert. Der zugehörige Transportkarton trägt zusätzlich das Datum 19. Dezember 1995.

Ist auf den Modulen ein neues Super-Mario-Spiel enthalten?

Nein. Spielinhalt und Funktionen entsprechen dem bekannten Doppelmodul „Super Mario Bros./Duck Hunt“. Neu ist die dokumentierte physische Variante, nicht die Software.

Wie viele Module erhielten PSA 10?

Nach Angaben des Finders erhielten fünf der 97 Module die Höchstnote PSA 10. Sie galten als die ersten losen NES-Module, die PSA mit 10 bewertete.

Wie viel brachte die Super-Mario-Variante bei der Auktion?

Ein PSA-10-Exemplar erzielte bei Goldin ein Höchstgebot von 10.000 US-Dollar. Mit Käuferaufgeld weist das Auktionshaus einen Gesamtpreis von 12.200 US-Dollar aus.

Warum wurden die Module 1993 noch produziert?

Das ist nicht abschließend geklärt. Als mögliche Erklärungen gelten Ersatzbestand für Garantie- oder Refurbishment-Fälle sowie ein geplantes, nie veröffentlichtes Bundle. Nintendo hat den Zweck öffentlich nicht bestätigt.

Ist jedes Super Mario Bros./Duck Hunt-Modul jetzt wertvoll?

Nein. Die gewöhnliche Ausgabe ist sehr verbreitet. Der hohe Wert des Wisconsin-Funds beruht auf der seltenen Variante, dem unbenutzten Zustand, der dokumentierten Herkunft und der außergewöhnlichen PSA-Bewertung.

Quellen und Dokumentation

Stand: 17. September 2026. Auktionspreise sind Momentaufnahmen und keine Wert- oder Anlagegarantie.

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