
Tankrabatt und Niedrigwasser: Warum Tankstellen zeitweise keinen Sprit haben
Lokale Lieferprobleme im Westen und Südwesten – was Autofahrer über Versorgung und Preise wissen sollten.
An einzelnen Tankstellen in Deutschland waren Benzin oder Diesel Anfang Oktober zeitweise nicht verfügbar. Die Meldungen fallen mit dem neuen Tankrabatt und niedrigem Rheinwasser zusammen. Nach den bisher vorliegenden Angaben handelt es sich um Probleme bei der Belieferung einzelner Standorte – ein bundesweiter Kraftstoffmangel ist daraus nicht abzuleiten.
Was über die betroffenen Tankstellen bekannt ist
Der Tankstellen-Interessenverband berichtete über vorübergehend leere Zapfsäulen vor allem im Westen und Südwesten Deutschlands. Genannt wurden unter anderem Standorte im Rheinland und im Rhein-Main-Gebiet. Betroffen waren demnach einzelne Kraftstoffsorten, insbesondere Diesel und Super E10. Der Verband betonte zugleich, dass es keinen allgemeinen Spritengpass gebe. Eine flächendeckende, amtliche Zählung betroffener Stationen liegt nicht vor.
Wenn der Absatz nach einer Steuersenkung kurzfristig steigt, kann ein geplanter Tankwagenumlauf für einzelne Standorte zu spät kommen. Niedrige Wasserstände am Rhein erschweren zudem den Transport von Kraftstoffen per Binnenschiff: Ein Schiff kann bei geringerem Tiefgang oft weniger laden. Zusätzliche Fahrten, Tankwagen oder andere Transportwege können Lieferungen ersetzen, brauchen aber Zeit und Kapazität. Für die Lage an einer konkreten Tankstelle ist deshalb die lokale Logistik entscheidend.
Wie hoch ist der Tankrabatt 2026?
Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums sinkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2026. Einschließlich des Effekts bei der Mehrwertsteuer entspricht das einer steuerlichen Entlastung von ungefähr 17 Cent je Liter. Der Betrag ist keine Garantie, dass der Preis an jeder Zapfsäule um genau 17 Cent fällt. Rohölpreise, Raffineriekosten, Wettbewerb und Nachfrage verändern die Endpreise ebenfalls.
Der ADAC ermittelte für Sonntag, den 4. Oktober, bundesweit im Tagesdurchschnitt 2,137 Euro je Liter Super E10 und 2,253 Euro für Diesel. Beide Sorten lagen damit über ihren Werten vom 1. Oktober. Der ADAC fordert eine vollständige Weitergabe der Steuersenkung an Verbraucher. Die Tagesmittel sind ein Rückblick und keine Preisangabe für eine bestimmte Tankstelle.
Was Autofahrer jetzt tun können
- Verfügbarkeit prüfen: Bei einer leeren Zapfsäule eine andere Station oder eine andere verfügbare, für das Fahrzeug zugelassene Sorte suchen. Hinweise des Tankstellenpersonals beachten.
- Preise vergleichen: Apps und Webseiten mit aktuellen Stationspreisen helfen, unnötige Fahrten zu vermeiden. Vor der Abfahrt trotzdem die Verfügbarkeit prüfen, sofern die Station sie meldet.
- Keine Vorräte anlegen: Zusätzliche Hamsterkäufe können örtliche Lieferprobleme verschärfen. Kraftstoff darf nur in zugelassenen Behältern transportiert und gelagert werden.
Warum die Lage regional unterschiedlich ist
Die Kombination aus höherer Nachfrage, begrenzten Lieferfenstern und niedrigen Rheinpegeln trifft Standorte unterschiedlich. Eine kurzfristig ausverkaufte Zapfsäule sagt daher wenig über die Kraftstoffversorgung in Deutschland insgesamt aus. Ob sich die Situation normalisiert, hängt von den nächsten Lieferungen und den Transportbedingungen ab.
Stand: 7. Oktober 2026. Quellen: Bundesfinanzministerium, ADAC und Bericht zu den Verbandsangaben.